Sicher verkaufen: die häufigsten Betrugsmaschen und wie Sie sie erkennen

Die meisten Käufer sind ehrlich. Die wenigen, die es nicht sind, arbeiten mit einer Handvoll Maschen, die sich seit Jahren kaum ändern. Wer sie einmal gesehen hat, erkennt sie wieder. Dieser Artikel richtet sich an Verkäufer; für Käufer gelten die Hinweise auf der Seite Sicherheit.

Vorweg: wie PreeSell mit Geld umgeht

PreeSell ist ein klassischer Kleinanzeigen-Marktplatz. Es gibt keine eigene Bezahlfunktion zwischen Käufern und Verkäufern, und PreeSell verschickt keine Zahlungslinks für Käufe zwischen Nutzern. Wie bezahlt wird, vereinbaren Käufer und Verkäufer selbst. Zahlungen an PreeSell, etwa für Pakete oder das Hervorheben einer Anzeige, laufen ausschließlich über den Bezahlvorgang auf preesell.com.

Bekommen Sie also eine Nachricht, die angeblich von PreeSell stammt und Sie auffordert, über einen Link „Ihr Geld zu empfangen“, ist sie gefälscht.

Masche 1: Die gefälschte Zahlungsbestätigung

Der Käufer zahlt angeblich per PayPal oder Überweisung und schickt eine E-Mail oder einen Screenshot als Beleg. Die Mail sieht aus wie von PayPal oder einer Bank, stammt aber vom Käufer selbst. Oft steht darin, das Geld werde erst freigegeben, wenn Sie eine Sendungsnummer eintragen.

So erkennen Sie es: Echtes Geld sehen Sie in Ihrem eigenen Konto, nicht in einer Mail. Öffnen Sie die App Ihres Zahlungsdienstes oder Ihr Online-Banking selbst, ohne einem Link aus der Nachricht zu folgen. Kein Zahlungsdienst hält eingegangenes Geld zurück, bis Sie etwas verschickt haben.

Masche 2: Der Link zur „sicheren Bezahlung“

Der Käufer schickt einen Link oder QR-Code, über den Sie „Ihr Geld empfangen“ sollen. Die Seite sieht aus wie ein Paketdienst, eine Bank oder ein Kleinanzeigenportal und fragt nach Kartendaten, einem Bestätigungscode oder dem Online-Banking-Login.

So erkennen Sie es: Um Geld zu empfangen, müssen Sie nie Kartendaten oder Codes eingeben. Geben Sie nichts ein und schließen Sie die Seite.

Masche 3: Der Kurier, den der Käufer schickt

Der Käufer sitzt angeblich im Ausland, will die Ware aber sofort und schickt einen eigenen Kurier. Bezahlt werde „über die Spedition“; manchmal sollen Sie vorher eine Gebühr auslegen, die Ihnen „mit dem Kaufpreis erstattet“ wird.

So erkennen Sie es: Sie legen nie Geld aus, um Geld zu bekommen. Ware geht erst raus, wenn der Betrag nachweislich auf Ihrem Konto ist.

Masche 4: Der Wechsel auf WhatsApp oder E-Mail

Früh im Gespräch bittet der Käufer, auf WhatsApp, SMS oder E-Mail weiterzuschreiben. Dort gibt es keine Nachverfolgung mehr, und Links lassen sich leichter unterschieben.

So erkennen Sie es: Bleiben Sie im Nachrichtensystem von PreeSell, bis der Handel abgeschlossen ist. Dort können Sie einen Nutzer auch melden.

So wickeln Sie sicher ab

  • Abholung mit Barzahlung ist für die meisten Artikel der einfachste Weg. Zählen Sie das Geld bei der Übergabe.
  • Bei Überweisung: erst versenden, wenn der Betrag im eigenen Konto gebucht ist. „Vorgemerkt“ oder „in Bearbeitung“ reicht nicht.
  • Bei höherwertigen Artikeln: Übergabe an einem belebten Ort oder mit einer zweiten Person. Ein Probelauf vor Ort ist bei Geräten üblich.
  • Keine persönlichen Daten über das Nötige hinaus. Für eine Überweisung braucht ein Käufer Ihren Namen und Ihre IBAN, keine Ausweiskopie.

Wenn es schon passiert ist

Brechen Sie den Kontakt ab und melden Sie den Nutzer über die Anzeige oder das Nachrichtenfenster. Haben Sie Bank- oder Kartendaten eingegeben, rufen Sie sofort Ihre Bank an und lassen Sie die Karte sperren. Eine Anzeige bei der Polizei ist auch bei kleinen Beträgen sinnvoll, weil Betrüger meist viele Menschen gleichzeitig anschreiben.

Aktuelle Betrugsmaschen im Internet sammelt die österreichische Watchlist Internet. Dort lässt sich nachsehen, ob eine Nachricht oder eine Seite schon als Fälschung bekannt ist.